ANGANTYR - Sejr re-release 8/10 Metalius
ANGANTYR _ sejr
UpLoad: 7.9.2006

Einmann-Bands scheinen im truen Black Metal-Bereich sehr beliebt zu sein und so steckt auch hinter dem dänischen Projekt Angantyr nur ein einzelner Finsterling namens Ynleborgaz. Na, klingelt es?

Underground-Experten sollte der Name schon von dem Suicidal-Projekt Make a Change… kill yourself bekannt sein. Dieses Mal versucht er den Hörer aber nicht in den Selbstmord zu treiben, sondern von großen Schlachten gegen das Christentum zu berichten.

Hinter dem neusten Werk „Sejr“ verbirgt sich rauer Black Metal mit leichten Pagan- Anleihen. Dicke, prollige Chöre gibt es hier aber nicht zu hören. Der heidnische Anteil zeigt sich vor allem in den komplett in dänischer Sprache gehaltenen Texten und in den hoch melodiösen Gitarrenläufen. Der Sound dieser Epen ist allerdings sehr rau und auf den Underground fixiert. Die einen wird es freuen, Gelegenheits-Black Metaller werden hingegen ihre Probleme mit dem räudigen Gewand haben. Dennoch funktioniert diese Mischung ganz hervorragend. Der Opener „En Falden Kriger“ ist das beste Beispiel.

Los geht es mit einem bombastischen, orchestralen Intro, bevor schließlich die kalten, tiefschwarzen Riffs auf einen einpeitschen. Das Inferno endet mit einer melancholischen Violinen-Melodie, die Gänsehaut garantiert. Trotz dieser Gegensätze ist das Ergebnis sehr stimmig geworden. Ynleborgaz zeigt ein treffsicheres Gespür für tolle Melodien, sowohl auf der instrumentalen, als auch auf der gesanglichen Ebene. Besonders gelungen sind neben dem Opener vor allem das ruhigere „Solverpilens Klad“ und der grandiose Titeltrack „Sejr“.

Angantyr präsentiert und hier ein wirklich gelungenes Machwerk der rauen und dreckigen Art. Ein großer Meilenstein ist es nicht geworden, dafür wiederholen sich einfach zu viele Ideen. Dennoch macht sich „Sejr“ in jedem CD-Regal hervorragend neben den Scheiben von Taake, Darkthrone und Ulver!
8/10
Stefan Seehütter


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